Der Trompeter von Säckingen
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Historische Stadtansichten

Merianstich von 1644
Säckingen 1644, der Merianstich

Die Sammlung alter Ansichtskarten beschränkt sich nicht auf Darstellungen des Trompeters. Bereits seit der Frühzeit der Ansichtskarten am Ende des 19. Jahrhunderts gab es zahlreiche Postkarten mit Gesamtansichten Säckingens, meist als Ansicht vom linksrheinischen Schweizer Ufer, und auch Aufnahmen interessanter Strassen, Plätze und Objekte.

Gruss aus Säckingen, datiert 11.03.1900

Lesen Sie hier einen Text über die Geschichte der Ansichtskarte

Geschichte der Ansichtskarte / Postkarte

Mit der Einführung der Ansichtskarte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde eine völlig neue Art der Kommunikation geschaffen.

Neben Zeitdokumenten entstanden vor allem Grußkarten mit Sehenswürdigkeiten von nah und fern und die unzähligen Themenkarten. Im Gegensatz zum Brief war man gezwungen, kurze Mitteilungen zu machen oder das Bild oder der Spruch auf der Karte für sich sprechen lassen. Kein Wunder also, dass die Bildpostkarten schon kurz nach ihrer Einführung einen enormen Aufschwung nahmen.

1865: Der geheime Postrat Heinrich von Stephan (1831 - 1897) veröffentlichte seine Idee, Postkarten ohne Umschlag zu verschicken. Dieser Vorschlag wurde aber von der preußischen Postverwaltung nicht aufgenommen. Man war der Auffassung, dass es nicht schicklich sei, wenn unbeteiligte Personen die Mitteilungen anderer lesen konnten.

1869: Am 22. September 1869 führt Österreich die erste "Correspondenzkarte" ein, eine offene Postkarte ohne Bildaufdruck. Die Einführung der Postkarte stieß auf heftige Proteste in der Bevölkerung. 

1870: Heinrich von Stephan wurde zum Generalpostdirektor des Norddeutschen Bundes ernannt. Mit Wirkung vom 1. Juli 1870 führte er für die Postverwaltung des Norddeutschen Bundes gleichzeitig mit Bayern, Württemberg und Baden - seine Idee - ebenfalls unter der Bezeichnung "Korrespondenzkarte" ein. Schon am 16. Juli bedruckte der Hofbuchhändler August Schwarz eine solche Karte mit dem Bild eines Kanoniers und schickte sie zu seinen Schwiegereltern nach Magdeburg. Diese Karte wird allgemein als erste Ansichtskarte angesehen.

Als am 19. Juli 1870 der Deutsch-französische Krieg ausbrach, bewährte sich das gerade geschaffene Medium; als Feldpostkarte wurde sie kostenlos zwischen Front und Heimat befördert. In den ersten als 2 Monaten nach Einführung wurden schon 2 Millionen Karten verkauft!

1885: Private Verleger im Deutschen Reich durften nunmehr offiziell private Bildpostkarten herstellen. Die Ansichtskarte wurde somit zum industriell gefertigten Massenartikel und Deutschland hatte sehr schnell die Vormachtstellung in Design, Technik und Verbreitung der Ansichtskarte erworben.

1897 - 1918: Das Goldene Zeitalter der Ansichtskarte.

ursprüngliche Vorderseite
die ungeteilte Vorderseite bis 1905

Allein im Jahre 1899 wurden in Deutschland 88 Millionen Ansichtskarten produziert. Das Wachstum dieser Industrie steht in Zusammenhang mit der sich gleichzeitig ausbreitenden Sammelleidenschaft. In den 1890er Jahren wurden die ersten Sammlervereine gegründet und die ersten Sammlerzeitschriften herausgegeben. 1897 gab es reichsweit rund 60 Fabriken, die Sammelsteckalben für Bildpostkarten herstellten. 1900 hatte eine Fabrik in Frankfurt a.M. 1200 Angestellte, an jedem Tag wurden bis zu hundert neue Motive produziert. Im Spitzenjahr 1903/1904 liefen alleine in Deutschland 1,16 Milliarden (!) Ansichtskarten.

Bis 1905 durfte auf der Vorderseite nur die Anschrift stehen, so dass eigentlich kein Platz für Mitteilungen war. Es konnte also nur die Bildseite beschrieben werden. Auf vielen Karten aus dieser Zeit wurde deshalb von den Druckern auf der Bildseite ein schmaler Streifen oder eine Ecke Platz für die "Tausend Grüße und Küsse" frei gelassen. Wer damit nicht auskam, schrieb einfach über die Bildseite. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten "Gruß aus ..." -Karte, die heute - wie damals - in Sammlerkreisen sehr beliebt sind.

Erst 1905 wird die geteilte Rückseite für Mitteilungen an den Empfänger von der Postverwaltung zugelassen. Dies ist heute ein wichtiges Merkmal die Herstellungszeit einer Ansichtskarte grob zu bestimmen.

Drucktechniken

Die beiden für die Herstellung von Ansichtskarten wichtigsten Erfindungen sind die Lithographie und die Fotografie.

Anfangs wurden die Karten noch in einem teuren und sehr aufwendigen Druckverfahren hergestellt. So musste bei der Lithographie für jede gewünschte Farbe ein Stein oder eine Platte präpariert und somit oftmals bis zu 16 mal übereinandergedruckt werden, was natürlich eine sehr genaue Justierung der einzelnen Platten voraussetzte. Betrachtet man ein solches Farblitho unter der Lupe, sieht man, wie sich jede einzelne Farbe aus mehr oder weniger regelmäßigen Strichen zusammensetzt. Der samtartige Gesamteindruck konnte durch entsprechendes Papier noch erhöht werden. Beispiele für diese "wahren Kunstgegenstände" sind die von Sammlern sehr gesuchten "Gruß aus..." -Lithokarten.

Heute erscheinen in verstärktem Maße solche alten Ansichtskarten als Reprints. Ein kritischer Qualitätsvergleich zeigt jedoch den beachtenswerten Unterschied und rechtfertigt schon daher die Wertschätzung alter Ansichtskarten.

Massenhafte Verbreitung fanden auch die imBromsilberdruck (seit 1892) vervielfältigten Ansichtskarten, denen ein Fotonegativ zugrunde lag, bis schließlich der Offsetdruck (um 1920) die früheren Drucktechniken nach und nach ablöste. Er ist heute das übliche Herstellungsverfahren für Ansichtskarten.

(Quelle: www.sammelleidenschaft.de)

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