Der Trompeter von Säckingen
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Die Entstehung des Trompeter von Säckingen

"Aber Scheffel, sie sind ja ein Dichter, warum schreiben sie das Zeug nicht auf?"

Die Trompeter-Idee keimte 1850/51 in Säckingen auf; damals wurde in den hiesigen Wirtshäusern über das Schicksal von Werner und Margaretha erzählt. Bereits 1851 hatte Joseph Victor den ersten Entwurf der Liebesgeschichte skizziert. Nicht unbedeutend für die Dichtung war Scheffels Aufenthalt in Bruchsal, wo er von Januar bis Mai 1852 als Sekretär am Hofgericht gewirkt hatte; der dortige Hofgerichtsrat nannte seinen Kater "Hiddigeigei".

Die Wandlung Scheffels zum Dichter vollzog sich auf dem Boden Italiens. Ermuntert hatte ihn dazu die Ehefrau des Malers Engerth mit ihrer Frage:
"Warum schreiben Sie das Zeug nicht auf?"

Am 10. Februar 1853 sandte Joseph Victor seinen Eltern das erste Stück von Werner und Margaretha, wie er das Werk vorübergehend genannt hatte.
Bald folgten weitere Nachrichten über die Entstehung des Versepos:

Rom, 23. Februar 1853
"...bleibe in Sorrent oder auf der Felseninsel Capri, wo ich in beschaulicher Einsamkeit am Meeresstrand große Studien zeichnen und meine Geschichte 'Werner und Margaretha' vollenden will."

Capri, 20. März 1853
"... sitze wie eine Katze auf dem flachen türkischen Dach des Hauses und singe meine Lieder von jung Werner und schön Margaretha."

Capri, 4. April 1853
"Ich werde Euch zum Dank in einigen Wochen von Neapel aus den ganzen Meister Werner übersenden."

Sorrento, 28. April 1853
"Werner und Margaretha liegen in 14 Gesängen fertig - bis auf weniges - in meiner Mappe."

Der erste Zuhörer, dem Scheffel noch in Sorrent einige Fragmente aus seinem Manuskript vorgelesen hatte, war der Dichter Paul Heyse.

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