Der Trompeter von Säckingen
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Der gefeierte Dichter

"Ich bin halb zu Tod jubiliert."

Nach 1870 zählte Scheffel zu den populärsten Autoren in Deutschland. Seine Bücher wurden immer höheren Auflagen veröffentlicht; auch im Ausland sind Scheffels Werke erschienen.

Scheffels Arbeitszimmer
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Scheffels Arbeitszimmer in Karlsruhe mit Geschenken
zum 50. Geburtstag

Im Jahr 1876, zum fünfzigsten Geburtstag von Scheffel, gab es in mehreren Städten öffentliche Feiern und Ehrungen. In Heidelberg wurde die Schlossruine illuminiert. Der Großherzog von Baden hatte dem Dichter den Adelstitel verliehen. Politiker, Künstler, Literaten und Studenten hatten ihn "halb zu Tode jubiliert". Joseph Victor wurde dermaßen mit Glückwünschen und Geschenken überschüttet, dass er für deren Aufbewahrung sein Arbeitszimmer in der Stephaniestraße in Karlsruhe räumen musste. Rauschende Feste veranstalteten die studentischen Verbindungen in Heidelberg und Prag. Der Leseverein deutscher Studenten in Wien hatte aus diesem Anlass sogar eine Festschrift herausgegeben.

Bismarck gratuliert dem Dichter
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"Bei Vollendung Ihres ersten halben Jahrhunderts"
Reichskanzler Otto von Bismarck gratuliert dem Dichter.

Auch anlässlich des sechzigsten Geburtstages (1886) fanden öffentliche Feiern statt. Zum zweiten Mal ließ man die Schlossruine in Heidelberg beleuchten. Allerdings war es Scheffel nicht vergönnt, das Spektakel zu bewundern. Er lag schwerkrank im elterlichen Hause in Karlsruhe, konnte aber rechtzeitig ein Festlied für die 500-Jahr-Feier der Universität Heidelberg dichten.

Scheffelfest
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Säckingen während des Scheffelfestes, 10. bis 12. Juli 1926

Noch Jahrzehnte nach dem Tod des Dichters hatte man mit Großveranstaltungen an ihn erinnert, insbesondere in Säckingen, Karlsruhe, Heidelberg und Radolfzell. 1926 feierten die Säckinger ein dreitägiges Scheffelfest mit einem historischen Umzug, einem Schauspiel Bilder aus Scheffels Leben in Säckingen, einem Festbankett und einer Feier am Bergsee.

Zum Ehrenbürger wurde Scheffel in Säckingen (1875), in Karlsruhe (1876), in Radolfzell (1876) und in Heidelberg (1886) ernannt. Scheffeldenkmäler entstanden unter anderem in Säckingen, Karlsruhe, Heidelberg, Radolfzell und in Bad Rippoldsau.

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