Der Trompeter von Säckingen
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Scheffel über Säckingen

"... und die Kultur hat hier so zugenommen..."

"Und ich hab mich deshalb in die Waldstadt Säckingen verzogen, wo die Politik aufhört und die preußischen Jäger (Besatzung nach der Revolution von 1848/49) nachts 10 Uhr schon Polizeistunde machen."

"Inzwischen sitze ich hier, eigentlich ohne zu wissen warum, treibe peinliche Justiz, damit der Tag so hingeht."

"Ich selber bin ausgezogen und wohne jetzt in einem alten Hause am Rhein neben der Brücke; vor meinem Fenstern strömt und braust der Rhein."

"Und wozu ist denn der Markt in Säckingen anders da, als dass man sich vor dem Nachhausegehen einen ungeheuren Brand trinkt?"

Der Dichter zu seinem Sohn
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Der Dichter zu seinem Sohn

"So ging ich also am Sonntagmittag wieder hinaus in den Wald, um am Fuße des Eggbergs liegt, im Tannendunkel versteckt, ein gar stiller, lauschiger Bergsee."

"Wenn Du aber in Säckingen wärest, so würdest Du begreiflich finden, dass einer, der sonst viel zu tun hat, im Sommer nicht viel schreibt.
Der Schwarzwald ist so schön, und im Rhein schwimmt man so leicht und erquicklich, und die Kultur hat hier so zugenommen, dass das alte Schloß Schönau dahier mit seinen Gartenanlagen, Terrassen und Pavillons von seinem jetzigen Besitzer unritterlicher, aber höchst praktischer Weise in eine Sommerwirtschaft mit Kegelbahn umgewandelt worden ist, und beim dortigen delikaten Bier, im Schatten der alten Kastanienbäume und beim Rauschen der Rheinwellen verträumt Dein Enkel seine Abende und lässt seine Tinte zu Hause vertrocknen."

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